Donnerstag, 2. Juni 2011

Fucked Up "David Comes to Life"

Nachdem die Crew um Father Damian in den letzten Monaten bereits vier hochkarätige Vorabtracks veröffentlicht hat, war die Spannung auf das neue Album "David Comes To Life" stark angewachsen. Gerade die Ankündigung, dass es sich hierbei um eine Art (Hardcore)Oper bzw. Konzeptalbum handeln soll, lies Schlimmes ahnen. Sogar eine eigene Webseite wurde dem Werk zugedacht. Und obwohl mir in diesem Zusammenhang völlig egal ist, dass es sich dabei um verlorene Liebe, Träume und Verlustängste handeln soll, muss man eines neidlos eingestehen: Der harte Kern lebt noch!

Obwohl mir der Vorgänger "The Chemistry of Common Life" von 2008 insgesamt doch etwas besser gefallen hat, rumpelt und pumpelt es auch auf "David..." wieder mächtig vor sich hin. Es gibt auch wieder Frauengesang, alle möglichen Samples, Rumgeflöte und gebongoe usw. usf. 

Allerdings ist das unbeständige Ignorieren von Genregrenzen hier nicht mehr so präsent. Man hält sich songtechnisch an ein paar Regeln und manchmal musste ich sogar nachschauen, ob ich aus Versehen auf die Repeat-Taste gekommen bin, denn 2-3 der insgesamt 18 Songs ähneln sich schon stark. Aber "What the F%&$!" - in diesen Zeiten kann man über jedes neue abgefuckte Album froh sein.

Ob Fucked Up jetzt wirklich "die Radikalität der 80er neu erfunden" haben, wie uns INTRO verspricht, muss jeder geneigte Hörer wohl selbst entscheiden. Aber auf jeden Fall sind die über 70 Minuten jeden Cent wert. Und es bleibt sogar noch Geld für ein paar spanische Gurken.

Sonntag, 26. September 2010

Strausstoys: Raumpatrouille Orion Figurenset


Volker F.E. Strauss von Strausstoys / Strenco präsentiert nach dem Dampfmaschinenroboter Strenco Steambot St - 2 wieder ein absolutes Sammlerobjekt – und zwar ein vierteiliges Figurenset aus der deutschen TV-Sci-Fi-Serie “Raumpatrouille Orion”.

Die drei menschlichen Figuren sind ca. 20 cm groß und vervollständigt wird das Figurenset durch einen Roboter der Serie Gamma 7. Die Figuren können zu einen Display zusammengestellt oder auch einzel aufgestellt werden, sind allerdings ausschließlich als Set erhältlich.

Erhältlich ist das Set via Blechspielwaren.de für 179,90 €. Sicher kein preisgünstiges Geschenk, aber für Fans ein Must-have.

Superskull: Schlussverkauf La Marca Del Diablo

SuperskullMein Lieblingsshop SUPERSKULL in der Mittenwalder Str. 13 in Berlin-Kreuzberg vertickt gerade viele “La Marca Del Diablo”-T-Shirts für 20 Euronen. Da sollte man zuschlagen, da sonst über 30 € dafür aufgerufen werden.

“La Marca Del Diablo” produziert in Mexico und die Teile sind auf jeden Fall echte Bringer vor dem Herrn.

Ansonsten kann ich SUPERSKULL nur empfehlen, weil sich das Team ausschließlich um mexikanische Handarbeit bemüht und größten Wert auf Qualität legt.

Insbesondere fühlt man sich dem Dia de los Muertos und dessen kleinen Glücksbringer, Utensilien und Ikonen verpflichtet. So bietet SUPERSKULL jede Menge der Calaveras-Nichos oder auch Calacas genannten kleinen Schreine mit Szenen aus dem täglichem Leben nach dem Tode.

Verkauft wird via Internet, aber das Ladenlokal (liebevoll neudeutsch “Showroom” genannt) steht zu bestimmten Zeiten (diese sind online abfragbar) dem geneigten Besucher offen.

Sonntag, 12. September 2010

Bayerische Spezialitäten mitten in Berlin

Im Herzen Charlottenburgs in der Knobelsdorffstr. 37 befindet sich das "Weiss-Blau", ein Bayerischer Getränkemarkt und Feinkost-Lebensmittel-Laden. Angeboten werden neben Bier, Wein, Wurst, Käse und Brot auch Gewürze, Honig, Senf und Öle. 

Der Betreiber kennt laut Eigenaussage die Produzenten seiner Waren (überwiegend Familienunternehmen) persönlich, die alle noch nach herkömmlichen Methoden produzieren. So soll alles aus nicht-industrieller Fertigung stammen, aber ob eine Privatbrauerei noch als "nicht-industriell" gelten kann, will ich hier mal nicht zu spitzfindig nachfragen.

Auf jeden Fall ist der Laden urig und ein absolutes Kleinod des lokalen Einzelhandels. Beim letzten Besuch habe ich mir u.a. Hofmühl Hell und das Ritter Hell mitgebracht. Das Hofmühl hat gute Chancen mein heimlicher Herbst-Favorit zu werden - vollmundig, aber trotzdem zurückhaltend hopfig und dabei würzig im Abgang. Könnte meine Augustiner-Phase beenden, wenn ich nicht wieder Pils-rückfällig werde. Allerdings hat mich der diesjährige Austria-Urlaub da schon radikal auf Entzug gesetzt und im Herbst gelüstet es mich meist nicht nach den stark hopfenaromigen Pilsener Bieren.

Wer mal abseits der ausgespülten Gaumenpfade etwas anderes als Bier aus dem "Getränke Hoffmann"-Sortiment in sich reinschütten will, dem/der sei ein Besuch von "Weiss-Blau" also strengstens empfohlen. Qype weiß nur positives zu berichten und eine eigene Website gibt es auch.

Vodou. Kunst und Kult aus Haiti

Noch bis zum 24. Oktober 2010 kann man im Berliner Ethnologischen Museum Dahlem in der Ausstellung "Vodou. Kunst und Kult aus Haiti" einen umfassenden Einblick in die Welt des Vodou bekommen.

Unter Vodou – hier wird bewusst die haitianische Schreibweise verwendet – versteht man religiöse Praktiken, die in Westafrika weit verbreitet sind und mit den afrikanischen Sklaven nach Amerika kamen. Das Wort "Vodou" stammt ursprünglich aus der in Benin und Nigeria heimischen Fon-Sprache und bedeutet soviel wie Gott, Geist oder heiliges Objekt. Von den ca. 8,5 Millionen Einwohnern Haitis gehören etwa 80 Prozent der Katholischen Kirche an, bis zu 90 Prozent glauben aber gleichzeitig an die Vodou-Götter und -Geister ("Loas" oder kreolisch: "Iwa").

Die einzigartige Ausstellung zeigt eine Vielzahl von Kultobjekten, die alle aus der Privatsammlung der Schweizerin Marianne Lehmann, die in Port-au-Prince lebt, stammen. Dort betreibt Lehmann in mittlerweile zwei Häusern in der Rue Gregoire ein Museum mit ca. 3.000 Vodou-Devotionalien, die das verheerende Erdbeben am 12. Januar 2010 glücklicherweise überstanden haben.

Zu den über 350 Exponaten in Berlin gezeigten Exponaten gehören eindrucksvolle Iwa-Figuren, die die unzähligen Geister, die in ihrer Gesamtheit Gott verkörpern, darstellen. Außerdem gibt es kultische Gegenstände aus den Vodou-Tempeln ("ounfò"), die von einem Priester ("houngan") oder einer Priesterin ("mambo") geleitet werden, zu sehen. Dazu gehören diverse Krüge und Flaschen ("pakés") sowie kunstvoll verzierte Spiegel, bei denen es sich meist um riesige barocke Spiegel europäischer Herkunft handelt, an denen Gegenstände angebracht worden sind. Gerade dieser Spiegel-Raum ist einer der beeindruckendsten Ausstellungsbereiche.

Ein Schwerpunkt der Sammlung von Marianne Lehmann sind Objekte der Bizango-Gesellschaft. So kann man in einem Ausstellungsraum eine Bizango-Armee bewundern. Die fast menschengroßen und Furcht einflößenden Figuren, in deren Gestalten Totenschädel integriert sind, begeistern durch ihre unterschiedliche Ausgestaltung. 

Neben den auch heute noch in Haiti bedeutenden Vodou-Tempeln existieren einige Geheimgesellschaften. Diese Geheimgesellschaften (neben der militärisch strukturierten Bizango auch Vibindingue und Sans Peau) grenzen sich deutlich von den normalen Voodookulten ab. Ihren Ursprung haben sie alle in den Sklavenaufständen von 1791, als die Anführer mit Vodou-Zeremonien ihre Anhänger zum Kampf motivierten und der Vodou erstmals eine gesellschaftspolitische Kraft entwickelte, die zur schnellen Ausbreitung der Aufstände beitrug.

Weitere afroamerikanischer Religionen, die Elemente des Katholizismus und indigener Glaubensvorstellungen enthalten, sind Candomblé in Brasilien, Santería auf Kuba oder Voodoo in den USA.

Ausstellung im Ethnologischen Museum Dahlem, Lansstraße 8. Öffnungszeiten von Dientag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Noch bis 24. Oktober 2010.

Einritt 8 Euro (4 Euro ermäßigt; Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt). Der Eintritt berechtigt zum Besuch aller weiteren Ausstellungen des  Ethnologischen Museums.

Website: www.smb.museum/smb/vodou

Sonntag, 18. April 2010

Torston e. Hoehle: Neue Deutsche Posterkunst

In der Berliner Galerie Zwischenraum, Seydelstraße 7 (Nähe U-Bhf. Spittelmarkt), sind von heute bis nächste Woche Logo-Bootlegs in Plakatformat zu sehen. 

Der auch durch seine Streetart-Stencils bekannte Torston e. Hoehle will mit den Manipulationen Zusammenhänge zwischen dem eigentlichen Charakter der Unternehmen und deren Arbeits- und Produktphilosophie aufzeigen.

Torston e. Hoehle gehört ebenfalls zur Berliner E-Gruppe, die seit 1995 als Atmosphere-Designer unterwegs sind und seit 2001 vor allem als VJs in Erscheinung treten. 


Die Ausstellung "Neue Deutsche Posterkunst" sei damit allen Kunstliebhabern empfohlen, die, über die beliebten aber meist sinnfreien Logo-Verballhornungen auf T-Shirts hinaus, an zeitgeschichtlichen Zusammenhängen interessiert sind.

Weitere Beispiele findet man auch in der Internet-Wandzeitung (sic!) der E-Gruppe.
    

 

Donnerstag, 8. April 2010

Mittwoch, 7. April 2010

Michael Haneke Trilogie

   
Michael-Haneke-TrilogieMichael Haneke, arbeitete zunächst als Theaterregisseur und drehte bis 1985 Fernsehspiele. Erst 1989 erschien der Debütfilm des Österreichers und mit "Der siebente Kontinent" begann er seine Trilogie über die "Vergletscherung der Gefühle", die er mit "Bennys Video" fortsetzte und mit "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" beendete. Diese 3 Filme sind in nun in einer ausgezeichneten 3-DVD-Box erhältlich. 

„Der siebente Kontinent“ ist ein verstörender Film um emotionale Kälte und Kommunikationsverlust. Gezeigt wird die Geschichte einer normalen Familie, die schleichend an ihrer Umwelt scheitert und schlussendlich „auswandert“. 

Montag, 5. April 2010

The Informant / Film Fonts


Soderbergh-Informant
Steven Soderberghs Film "The Informant!" ist eigentlich ein eher langweiliges Stück Film, aber die Opening Credits sind aufgrund der wunderbaren Easy Listening Musik von Marvin Hamlisch und des verwendeten 60er Jahre-Woodstock-Fonts (der auch an "Yellow Submarine" oder "Klute" erinnert) zumindest erlebenswert.

Wer sich für das Thema interessiert, dem oder der sei der Artikel "Film Fonts Dos and Don’ts" oder auch das Buch "Uncredited" von Gemma Solana empfohlen.